Erlesenes. Gott im Spiegel der DichterNicht nur die Bibel erzählt von Gott. Auch Dichter haben sich von den Geschichten der Bibel anregen lassen und auf ihre Weise von dem erzählt, was uns im Innersten berührt, was unseren Alltag verwandelt: vom Geheimnis der Welt.
Einmal im Monat bringen wir in einem literarisch-musikalischen Abend solche Texte zu Gehör, umrahmt von passender Musik und in einer Atmosphäre, die dazu anregt, über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen.
Gastgeber sind abwechselnd die Villa Dorothea in Heringsdorf, Strandstraße 15, und die Pfarrscheune neben der Kirche in Benz.
Eingeladen sind alle Freunde schöner Literatur, guter Musik und alle, die einen neuen Zugang zu religiösen Themen suchen.
Unser Programm im Winter und Frühjahr 2011/2012:
Freitag, 2. Dezember 2011, 19.30 Uhr, Villa Dorothea (Heringsdorf, Strandstr. 15)
Rabindranath Tagore: Gitanjali (1913) / Gedanken zur Geburt Jesu (1936)
Der hierzulande wohl bekannteste indische Dichter soll mit dem Werk vorgestellt werden, für das er 1913 den Literaturnobelpreis erhielt. Tagores Dichtung steht für einen weisen und spirituellen Austausch zwischen den Kulturen und Religionen. Deswegen können seine Gedanken über „Jesus, die große Seele“ uns in die Adventszeit leiten.
Dazu improvisiert Christine Simon aus Klein-Jasedow auf einer Esruj, einem altindischen Streichinstrument.
Freitag, 13. Januar 2012, 19.30 Uhr, Pfarrscheune Benz
Hermann Hesse, Siddharta. Eine indische Dichtung (1922)
Hesse erzählt die Geschichte eines indischen Brahmanensohnes im 6. Jahrhundert vor Christus, der dem historischen Buddha nachempfunden ist, dann aber doch eher in die Geisteswelt Laotses einführt – und zu guter Letzt auch autobiographische Züge trägt. Auf diese Weise eröffnet Hesse einen ganz eigenen (modernen) Zugang zur Gedankenwelt des Fernen Ostens. Das Werk wurde besonders in den 1960er Jahren zum Kultbuch einer von der fernöstlichen Kultur und Religion inspirierten Generation.
Der Gitarrist Charlie Eitner hüllt uns dazu in eine fern-östliche Klangcollage ein.
Freitag, 9. März 2012, 19.30 Uhr, Villa Dorothea (Heringsdorf, Strandstr. 15)
Rudyard Kipling, Indische Erzählungen (1920-40)
Der in Bombay geborene Kipling war nicht nur Schöpfer des „Dschungelbuches“, sondern wurde seinerzeit von James Joyce in eine Reihe mit Tolstoi gestellt. Wie kein zweiter verkörpert der britische Nobelpreisträger die Faszination Europas für das ferne Land am Ganges. Seine Kurzgeschichten führen uns das Indien der Kolonialzeit in all seinem Zauber vor Augen – vor allem auch seine geheimnisvollen Religionen.
Benjamin Saupe ruft auf dem Klavier die Musik des indischen Dschungel(buch)s in Erinnerung.
Freitag, 13. April 2012, 19.30 Uhr, Pfarrscheune Benz
Mariam Kühsel-Hussaini, Gott im Reiskorn (2009)
Afghanistan, das Reich am Hindukusch, von sattblauen Gestirnen überrannt ...
Das Buch erzählt die Geschichte einer alten afghanischen Kalligraphenfamilie von den 50er Jahren bis in unsere Zeit. Es eröffnet einen Einblick in den unermesslichen Reichtum einer alten hinduistisch-buddhistisch-islamischen Kultur, von der wir gegenwärtig kaum noch etwas erahnen. Die Dichterin wurde 1987 in Kabul geboren, wuchs auf in Deutschland und lebt heute in Berlin.
Anette Richter nimmt uns auf der Gitarre mit auf einen musikalischen Brückenschlag zwischen Europa und Fernost.
Freitag, 11. Mai 2012, 19.30 Uhr, Villa Dorothea (Heringsdorf, Strandstr. 15)
Japanische Märchen
Märchen vom Meer und den Sternen, Tieren mit menschlichen Eigenschaften und Menschen in Tiergestalt und faszinierende Göttergeschichten. Mehr Fern-Ost geht nicht.
Dazu entführt uns Yumiko Nakajima Backhaus auf dem Klavier in die Klangwelten japanischer Volksmusik.
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